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75 Jahre Maria Stern

 

„Der junge Stern“ wurde die Lehrerinnenbildungsanstalt Maria Stern in Augsburg-Göggingen in ihren Anfangsjahren genannt. Für die Kandidatinnen des Klosters Maria Stern reichte der Platz im Mutterhaus in der Sterngasse schon lange nicht mehr aus. So errichtete die Ordensleitung in der Marktgemeinde Göggingen nach Plänen des bekannten Architekten Sturzenegger ein Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit. Der bekannte Kirchenbaumeister Michael Kurz entwarf die schlichte Kirche. Im Juli 1933 wurde das Haus eingeweiht.

Das große Gartengelände des Anwesens war fachgerecht mit Blumen und Ziersträuchern angelegt, es musste aber auch Obst und Gemüse für die Bewohner abwerfen, die kaum eigene Einkünfte hatten. Mehr als 30 Schwestern waren anfangs im Einsatz, um die Schule, aber auch Haus und Garten in Betrieb zu halten; in der Kriegs- und Nachkriegszeit wurden es doppelt so viele.

Im II. Weltkrieg diente die Schule als Reservelazarett. Viele Schwestern taten in der Verwaltung des Lazaretts und als Krankenschwestern Dienst. Da das Haus von Kriegsschäden weitgehend verschont blieb, konnten die Schulen schon im Herbst 1945 wieder eröffnet werden – allerdings nicht im früheren Sinne.

Aus der klösterlichen Lehrerinnenbildungsanstalt wurde ein Gymnasium in Kurzform, die Mittelschule (später Realschule) entwickelte sich zum größten Schulzweig, eine Frauenfachschule wurde gegründet. Weit über hundert Internatsschülerinnen bevölkerten Haus und Garten.

Während des Direktorats von Dr. M. Alwina Ruf (1970 – 1984) wurde das Schulgeld abgeschafft und die Lernmittelfreiheit eingeführt. Die Fachakademie für Hauswirtschaft ging in die Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg über. Das musische Gymnasium wurde 9-jährig und zweizügig. Die Einführung der Kollegstufe beschleunigte die Schließung des Internats (1979). Die Zahl der nichtklösterlichen Lehrkräfte nahm zu. In Erwartung steigender Schülerzahlen errichtete das Kloster Anfang der 80-er Jahre einen Erweiterungsbau, der mit Pausenhalle und neuer Sporthalle das Schulleben positiv beeinflusste.

Das letzte Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts wurde an beiden Schulen zur Binnendifferenzierung genützt: Der musischen wurde am Gymnasium die naturwiss.-technologische Ausbildungsrichtung angegliedert, die Realschule wurde über den erfolgreichen Schulversuch 6-stufige Realschule zum echten „Juniorpartner“ des Gymnasiums. Das Tagesheim entwickelte sich zur gesuchten Anlaufstelle für Unterstufen-Schülerinnen. Dem ersten Erweiterungsbau konnte deshalb eine weitere 2-jährige Bauphase folgen, in der das (unter Denkmalschutz stehende!) Ensemble nach Nordosten noch mal erweitert und durch einen Anbau West komplettiert wurde.

Die Einführung des 8-jährigen Gymnasiums brachte es mit sich, dass die Räume des Tagesheims als Schulbistro umgewidmet wurden. Auf dem Gelände entstand im Jahr 2008 nach nur kurzer Bauzeit ein Tagesheim-Neubau.

Im Jahr ihres 75-jährigen Bestehens ist die Schule aus Überzeugung immer noch eine Mädchenschule. Im Juli 2008 verabschiedeten sich die letzten Ordensschwestern aus dem Kollegium, das an Gymnasium und Realschule fast 100 Lehrer zählt. 

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