1. Sprachenfolge und Mehrsprachigkeit
Englisch wird am Gymnasium als erste oder zweite Fremdsprache und ggf. als Seminar in den Jahrgangsstufen 11 und 12 angeboten. Entsprechend der Sprachenfolge sind die Ziele und Akzentsetzungen des Unterrichts unterschiedlich ausgeprägt. Ist Englisch erste Fremdsprache, hat der Unterricht Modellfunktion für das Erlernen weiterer Fremdsprachen: Die Vermittlung einer grundlegenden Sprachlernkompetenz, die Schaffung von Sprachbewusstsein (v. a. durch Sprachvergleich mit der Muttersprache) und die Förderung positiver Grundeinstellungen für das interkulturelle Lernen (v. a. durch gezieltes Einbeziehen der Kulturen der Zielsprache) bereiten auf den Erwerb weiterer Fremdsprachen vor.
Ist Englisch zweite Fremdsprache, baut der Unterricht auf die sprachlichen und methodischen Vorkenntnisse aus der vorhergehenden Fremdsprache auf und nutzt diese gezielt für Transfermöglichkeiten.
2. Kommunikative Kompetenz
In einem praxis- und anwendungsorientierten Englischunterricht erwerben die Schüler die nötigen Kompetenzen, um vielfältige mündliche und schriftliche Kommunikationssituationen in Studium, Beruf und Privatleben sicher und flexibel zu bewältigen. Von besonderer Bedeutung für das Englische ist hierbei neben dem Erlernen von Aussprache und Intonation sowie der Beherrschung grammatischer Strukturen der Erwerb eines umfangreichen und differenzierten Wortschatzes. Im Rahmen des Hörverstehens begegnen die Schüler zudem wichtigen regionalen und sozialen Varianten des Englischen.
3. Standards und Zertifikate
Die Rückbindung der sprachlichen Leistungen an europäische Standards, die im Lehrplan für jede Jahrgangsstufe ausgewiesen sind, ermöglicht den Schülern, ihre sprachliche Kompetenz einzuschätzen, und erleichtert ihnen den Erwerb von Sprachzertifikaten (z. B. die Zertifikate des Cambridge Institute).
4. Förderung der Ausdrucksfreude
Durch eine Vielfalt von Themen, Situationen und Sprechanlässen soll der Englischunterricht den Schülern Gelegenheit bieten, sich möglichst unbefangen in der Fremdsprache zu äußern. Die methodisch vielfältige und schülerzentrierte Unterrichtsgestaltung bietet viel Raum für eigenständige Äußerungen und ist besonders geeignet, die Ausdrucksfreude zu fördern.
5. Soziokulturelle Kenntnisse und interkulturelle Einsichten
Indem die Schüler sich mit anderen Lebensgewohnheiten und Traditionen, mit Geschichte, Kultur und mit den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in den Zielländern auseinandersetzen, werden sie zur Reflexion eigener Verhaltensnormen angeregt; sie lernen, stereotypen Vorstellungen kritisch gegenüberzutreten und anderen Wertvorstellungen offen und unvoreingenommen zu begegnen. Internationale Kontakte, z. B. in Form von Schüleraustausch oder Schulpartnerschaft, bieten Möglichkeiten der persönlichen Kontakte , in denen die Schüler ihre Sprach- und Kulturkenntnisse in realen Situationen anwenden können. Im Englischunterricht lernen die Schüler auch, mit einer Vielfalt von Sach- und Gebrauchstexten sowie Texten der englischsprachigen Literatur bewusst und zunehmend selbständig umzugehen. Ausschnitte aus Rundfunk- und Fernsehsendungen sowie die Einbeziehung von Musik, Film, Theater vermitteln ein möglichst authentisches Bild englischsprachiger Kulturen.

