Mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 begann am Gymnasium Maria Stern ein eigener
Schulentwicklungsprozess, dessen Ziel es ist für die nächsten Jahre ein Schulprogramm zu entwerfen um die Unterrichtsqualität zu steigern und schulorganisatorische Prozesse zu optimieren. Beim ersten pädagogischen Nachmittag am 7. Oktober 2010, entschied sich das Kollegium einhellig f ü r eine Datenerhebung, die von Dr. Klaus Wild (Institut für Schulentwicklung und Evaluation, Nürnberg) als Wahrnehmungs- und wertorientierte Schulentwicklungsmaßnahme (WWSE) vorbereitet, vorgestellt und durchgeführt wurde. Hierbei geht es vor allem um Qualitätskriterien der katholischen Schule.
Als weiteren Impuls zur Selbstreflexion wurde der Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe (ESK), Herr Tom Hoyem, zu einem pädagogischen Nachmittag zum Thema „Wege einer erfolgreichen Schule im nicht-staatlichen Sektor“ eingeladen (s. Bericht von H.Tonch)
"Tom Hoyem, gebürtiger Däne und letzter dänischer Minister für Grönland, beginnt
seinen Vortrag mit dem Gedicht eines Innuit „Ohnmacht der Menschen“:
Ich singe nur von ihm,
der „Starkkochender“ heißt,(...)
der „Renntier-Magen“ heißt,(...)
der heißt „das Beil“ (...).
Übertragen auf die Schule: Eine implizite Aufforderung, jeden Schüler, jede Schülerin als Individuum wahrzunehmen und ihm bzw. ihr gerecht zu werden. Ein Anliegen, das in Maria Stern schon lange Tradition hat und schriftlich, wenn auch weniger poetisch, in den Franziskanischen Leitlinien, denen sich die Schule verpflichtet fühlt, niedergelegt ist.Schnell wird deutlich, dass Maria Stern, im Gegensatz zu einer Europäischen Schule, die nur eine bestimmte, relativ eng gefasste Gruppe von Eltern und Schülern anspricht, zwar religiös gebunden ist, aber allen Schülerinnen mit entsprechenden Voraussetzungen unabhängig vom Einkommen und Status der Eltern offen steht. Ist die Vision der Europäischen Schule der europäische Gedanke, so tritt Maria Stern mit dem Anspruch auf, weltoffene und tolerante Menschen zu erziehen, die fest in ihrer Kultur verwurzelt sind, deren geistiger und kultureller Horizont über die Grenzen der Nationalstaaten und der EG hinausreicht. Die Begegnung mit dem Fremden will als Bereicherung des Eigenen verstanden sein.Partnerschaften mit Schulen im Ausland, Kooperationen auf Zeit im Rahmen verschiedener Projekte, das Fremdsprachenangebot, Auslandsaufenthalte unserer Schülerinnen im europäischen und außereuropäischen Ausland tragen dem Rechnung.Politisches und soziales Engagement, so Tom Hoyem, kennzeichne eine Europäische Schule. Politiker werden in die Schule eingeladen, Schüler begeben sich in die Politik – ein Konzept, das beiden Schulen gemeinsam ist. Erwähnt seien hier die Gespräche mit Politikern an Maria Stern, Besuche im Landtag, im Bundestag, Teilnahme am internationalen Schülerparlament privater Schulen!. (Hans Tonch)
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